Wie Politik funktioniert
Deutschland hat gewählt. Also nicht jetzt gerade, sondern schon vor einiger Zeit. Und gewonnen hatte eigentlich die Angela und ihr Kumpel, der Edmund. Aber der Gerd hat einfach gesagt, er wäre der Sieger. Und weil die Angela etwas schüchtern ist und der Edmund ihr nicht helfen wollte, weil der auch nicht so ein richtig dicker Kumpel von der Angela ist, blieb es dabei auch erstmal. Später dann hat der Franz dem Gerd wohl verklickert, dass die Regeln so nicht sind und der Gerd hat sich dann gesagt: „So macht mir das keinen Spaß. Da hör‘ ich lieber ganz auf.“
Das hörten die Angela und der Edmund gerne, weil die Angela jetzt Kanzlerin und der Edi Wirtschaftsminister werden konnte. Aber der Edi fand Wirtschaftsminister sein alleine doof und deshalb hat er durchgesetzt, dass er auch ein bisschen bei Forschung mitmachen darf. Das ist cooler und außerdem hat man da meist bessere Nachrichten zu verkünden. Der Franz fand die Sache auch so schlecht nicht, denn der durfte jetzt, wo der Gerd weg ist, Vizekanzler und auch ein wichtiger Minister werden. Und damit, sagt er sich, müsste er ja dann der wichtigste Mann in der SPD sein. Und der wichtigste Mann darf ja auch wohl den Generalsekretär bestimmen, denkt der Franz. Denkste, Franz, denken da die anderen wichtigen Leute und wählen einfach eine andere. „So was freches!“ sagt sich der Franz und dann: „So macht mir das keinen Spaß. Da hör‘ ich lieber ganz auf“, weil er ein bisschen eingeschnappt ist.
Das hört aber der Edmund in Bayern nicht so gerne, denn der fand den Franz nicht schlecht. Vielleicht, weil der den Gerd hat gehen lassen, vielleicht aber auch einfach so. Auf jeden Fall will der Edmund mit einer SPD, die seinen Freund, den Franz, rauswirft nix mehr am Hut haben und sagt: „So macht mir das keinen Spaß. Da hör‘ ich lieber ganz auf.“. Einfach so sagt er das, ohne die Angela vorher zu fragen. Die ist zwar eigentlich die Chefin, aber auf die hört schon lange keiner mehr. Und vertrauen will ihr auch so recht keiner.
Und so sitzt die Angela nun alleine da und keiner will mit ihr regieren. Außerdem haben ihr die anderen gleich gesagt, dass sie, nur weil sie die Wahlen gewonnen hat, noch lange nicht sagen darf, wo’s langgeht. Und weil keiner mehr von keinem Weisungen entgegennehmen will, schnappt sich einfach jeder, was er an Ämtern so bekommen kann, weil die Angela dazu eh nix mehr sagt. Und wer nix bekommt, der geht einfach nach Hause und schmollt.
Podcast-Tipp
Richtig gelesen, im heutigen CD-Tipp geht es gar nicht um CDs. Genau genommen ist es auch kein CD-Tipp, weshalb ich es gleich mit Podcast-Tipp betitelt habe und somit ist auch die Einleitung derbe missraten, aber das ist mir egal, ich fang jetzt einfach an. Vielleicht kennt nicht jeder Podcasts. Mach nix, ich erkläre es gerne.
Podcasts (zusammengesetzt aus iPod und Broadcast) sind praktisch Radio für den PC. Nur das man selber bestimmen kann, welche Sender runtergeladen werden und man auch selber entscheidet, was wann kommt. Am einfachsten geht Podcasts hören mit iTunes, das sicher viele schon haben. Da braucht man nur im iTunes Music Store oder im Internet die Podcasts abonnieren (auch wenn es ein Store ist: die Podcasts sind umsonst) und schon prüft iTunes einmal täglich, ob neue Episoden (also praktisch Sendungen. Oder Folgen. Wie bei GZSZ) vorhanden sind und lädt die runter. Hören kann man sie dann direkt oder eben später und auch immer wieder so oft man will. Alte Episoden löscht iTunes auf Wunsch auch automatisch.
Heute will ich einige dieser Casts empfehlen. Inzwischen gibt es tausende und darunter auch viel Müll, weshalb es schwer fällt, Sahnestückchen zu finden. Wenn ihr iTunes installiert habt führt euch ein Klick auf den Link am ende jedes Absatzes direkt zum Podcast im iTMS, wo ihr ihn abonnieren und Episodenweise hören könnt. Los geht’s:
Den Anfang macht der Tagesschau-Cast. Der wird täglich aktualisiert und besteht einfach aus der Tagesschau ohne Bild. Trotzdem eine gute Sache um informiert zu bleiben ohne sich dabei nach dem Programmplan des Fernsehens richten zu müssen. Über die Qualität braucht man sich eigentlich nicht weiter auslassen: Sachlich, kompetent und umfassend ist die Tagesschau seit eh und je und nun ist sie halt auch noch modern. Warum nicht?
Tagesschau in iTunes
Tipp Nummer zwei ist SHIT FM, trotz des Namens weder scheiße noch ein Radiosender, sondern nach eigenem Bekunden „ansprechend anspruchslose Unterhaltung“. Tatsächlich muss man für den „M94,5 Nuttenmelder“ oder „Der anzügliche Alliterat“ auch schon Freund des feinen Humors sein. Dann dürfte man sich aber vor Lachen kaum mehr halten können wenn dann in „Das Präteritum schlägt zurück“ Darth Vader zu erkennen gibt, dass er Lukes Vater war. Geil auch „Samba: die Selbskritik-edition“ mit dem Nashorn im Minenfeld und dem „Handyklingeltöne sind scheiße und nerven jeden in deiner Umgebung“-Realtone. Absolut hörenswert also, Prädikat „besonders sinnfrei“. „Hilf mich Obi Wan!“ „Luke benutze den Dativ!“.
SHIT FM in iTunes.
Der dritte im Bunde ist das unsägliche „hr3 Lachen mit Klaus“, wo der namengebende Klaus tierisch schlechte und alte Witze, eingesandt von hr3-Zuschauern, vorträgt. Beispiel: „Die letzten Worte des Sportlehrers: ‚Alle Speere zu mir!‘“. Auf diesem unglaublichen Level witziger Eloquenz bewegt sich die Sendung tatsächlich die ganze Zeit. Um darüber lachen zu können muss man humoristisch schon ziemlich abgestumpft sein (mindestens Monty Python-Niveau, besser drunter), aber dann mach es richtig Spaß.
Lachen mit Klaus in iTunes.
Abschließender Tipp für heute ist der Apple-eigene Podcast „iTunes New Music Tuesday“, in dem einmal pro Woche (wer errät den Tag?) die wichtigsten Neuerscheinungen im iTMS vorgestellt werden. Für Musikfreunde eine sehr nette Sache, auch wenn die Musikauswahl recht beschränkt und meist recht Mainstream ist. Der Podcast ist aber technisch super gemacht, so gibt es Kapitelmarken um bequem zum Teil des Beitrags, der sich mit der Lieblingsband beschäftigt, springen zu können und das Cover zu jeder vorgestellten CD erscheint auch im iTunes-Coverfeld. Nett nett.
New Music Tuesday in iTunes.
Wer mit der ganzen Zuhörerei nix anfangen kann und lieber Videos von (teilweise) schönen Frauen sehen möchte, dem seien die Video-Podcasts Tiki Bar TV und Rocketboom ans Herz gelegt.
Post aus Redmond
Wieder einmal errreicht mich Post von Microsoft. Diesmal im Zusammenhang mit der ominösen Origen-Webseite. Als einer von 1000 Deutschen bekomme ich die exklusive Chance auf eine Reise nach Origen, steht da. Was Origen ist verrät man mir nicht. Aber der Flyer hat einen schönen Prägedruck und dazu gibt es einen Dogtag (also eine Hundemarke, diese Soldatendinger) aus echtem Metall, leider ist nur das Wort „Origen“ und eine ID eingestanzt und nicht mein Name. Schade eigentlich. Trotzdem versteht man bei Microsoft sein Handwerk – zumindest was Werbung angeht.
Titten, Ärsche, Paris Hilton …
… und das auf Spiegel Online. Wer hätte gedacht, dass es soweit kommt?
Musikjunkie
Ich glaube, der zunehmende Musikgenuss stärkt nach und nach mein Hörvermögen. Seit Sonntag, als ich mein Boxenkabel im Wohnzimmer verwendet hatte, klang der Ton hier oben seltsam falsch. Und tatsächlich waren Rechts- und Linkskanal vertauscht (mein Verstärker kommt noch aus der Zeit ohne Farbcodierte Anschlüsse) und ich hab’s bemerkt! Ich bin ja sowas von audiophil. Die CD-Tipps, heute mit freundlicher Unterstützung von Ali, der mich auf die sehr genialen Bands Nada Surf und The Dead 60s gebracht hat:
Da hätten wir also (von oben nach unten) „The Weight Is A Gift“ und „Let Go“ von Nada Surf und The Dead 60s, deren Album selt-titled ist, also auch „The Dead 60s“ heißt. Bei Nada Surf konnte ich noch keinen wirklich herausstechenden Hit finden (viel Gutes ist aber dabei), bei den Dead 60s ist mein Anspieltipp definitiv Riot Radio, das hört man sogar ab und an mal auf BFBS Radio 1. Von Nada Surf gibt es noch weitere Alben, Ali sagt, sie seien gut, aber ungehört möchte ich die hier mal nicht empfehlen, obwohl Ali einen recht stilsicheren Musikgeschmack hat und die Gefahr, dass er falsch liegt, damit gering ist.
CD-Tipp und kein Ende
Heute gibt es keinen CD-Tipp, sondern eher ein CD-Tippchen, vulgo: Nur ein Album, dafür ein gutes. Es heißt „The Man Who“, kommt von Travis und Anspieltipps darauf sind „Why Does It Alway Rain On Me“ und das weniger bekannte aber nicht weniger gute „Slide Show“. Nach „Slide Show“ versteckt sich übrigends noch ein netter Bonustrack, einfach die CD weiter laufen lassen.
Heute hätte ich eigentlich meinen Motorradführerschein machen sollen. Der Konjunktiv deutet es an: Hab ich nicht. Nicht etwa, weil ich mich in der Prüfung zu doof angestellt hätte, nein, die Prüfung fand gar nicht statt. Warum das? Weil ich keine Theorieprüfung abgelegt hatte. Also hatte ich schon, aber zu der Theorieprüfung existierte kein Antrag auf eine Theorieprüfung. Also der existierte schon, war aber beim TÜV nach der Prüfung eingegangen. Nun sieht man sich dort nicht in der Lage, einfach die bestandene Prüfung dem nachgereichten Antrag (den das Straßenverkehrsamt aus Versehen von AB in B umgewandelt hatte) zuzuordnen. Denn: Wer keinen Antrag gestellt hat, der kann auch keine Prüfung gemacht haben. Selbst dann nicht, wenn aus den eigenen Unterlagen hervorgeht, dass doch. Deutsches Bürokratentum at it’s best. Ende vom Lied: Ich darf nicht nur zwei Wochen länger auf meine praktische Prüfung warten, sondern muss auch die theoretische noch einmal machen, damit die dann für den inzwischen fast ein Jahr alten und eine Woche nach der ersten Prüfung eingegangenen Antrag gewertet werden kann. Da bin ich froh, nicht wirklich Deutschland zu sein. Sonst wär‘ mir sicher schlecht.







