Archiv für Literarisches

Buchtipp nebenbei

Dr. Ankowitschs kleines KonversationslexikonHab ich schon seit einigen Wochen, ist aber dennoch eine absolute Kaupempfehlung wert: „Dr. Ankowitschs kleines Konversationslexikon“ vereint auf 191 Seiten all das, das man schon immer Wissen wollte, sich aber nie zu Fragen getraut hat. Der Name der Schlümpfe in den wichtigsten Sprachen, was die Wasch-Symbole auf den Etiketten von T-Shirts bedeuten, wonach IKEA seine Möbel benennt, die ideale Treppensteigung und der durschnittliche tägliche Trinkwasserverbrauch eines Deutschen finden sich hier ebenso wie sämtliche Dienstgrad der Bundesmarine und alle „E-Stoffe“ samt Namen.

All das ist weder alphabetisch noch sonstwie geordnet sondern einfach wahllos hintereinandergeschrieben. Ein wunderbares Buch zum rückwärtslesen, rumblättern und für die nächste Party auswendig lernen. Nur ausleihen sollte man es nicht, die Chance, es so schnell nicht wieder zu sehen, ist groß. Alternative: Zwei kaufen und den Lieben eins schenken. Immerhin ist bald Weihnachten.

Short Story (1)

Diese kleine Geschichte entstand Freitag auf der Abiparty, als während meiner Schicht so wenig Andrang herrschte, dass noch Zeit für philosophische Ergüsse blieb. Es gibt noch zwei weitere Kurzgeschichten, aber da befinde ich mich noch in Verhandlungen über die Nutzungsrechte. Also zuerst viel Spaß mit dieser, sie trägt den schönen Titel „Gepetto“.

Es war einmal ein kleiner Strolch, der immer nur Birnen essen wollte. Doch Birnen waren rar und der Strolch, er hieß Luigi, war arm. Luigi mochte aber auch Bananen gern, die zwar selten, aber auf Grund der geringen Nachfrage – Bananen enthalten nicht so viele gute Sachen – trotzdem billig waren.

So aß Luigi immer Bananen, bis er selbst zur Banane wurde. Das fanden seine Eltern nicht so gut, denn er musste nun auf eine sehr teure Banenschule gehen. Dort lernte man Sachen wie immer ins Licht zu wachsen, weshalb sich an der Stärke der Krümmung einer Banane ihre Schulbildung ablesen lässt, je krümmer desto besser die Schule. Da Luigi aber nach wir vor von seinem gesparten Geld ab und an eine Birne kaufte und aß, war er ein rechtes Pummelchen, ins Birnenförmige tendierend. Wie Dr. Helmut Kohl in etwa, bei dem dir Form aber an einen, wie der Name schon sagt, Kohl angelegt ist und nicht an eine Birne.

Seine Birnenform machte Luigi zum Ziel von Häme und Spott und er musste in der Staude immer ganz oben hängen, wo die Vögel koten.

Der Vogelkot hatte wundersame Wirkung auf Banalu, wie Luigi nun abschätzig genannt wurde. Der aggressive Kot zerfraß die grüne (Luigi war noch jung, so vier Monate) Schale und darunter kam eine wundervolle Birne zum Vorschein. Sie flog auf und davon und all die Bananen, die zuvor noch gelästert hatten, schauten Luigi erfürchtig hinterher.

So lernen wir, dass billiges Essen und Scheiße auf dem Kopf nichts schlechtes sein müssen.

Neue Nachbarn (und CD-Tipp)

Fabienne. Kenn ich überhaupt nicht. Hat aber ein Blog, bin ich irgendwann mal drauf gestoßen, wie das so ist, Blogsphäre, Trendwort, ich bin ja so neumodisch. Wie auch immer, auf jeden Fall immer schön weiter gelesen, weil gut. Bis letztens. Letztens war sehr gut, weil ich jetzt weiß, was eine „Hängerstadt“ ist, und das neue Wort immer anwenden kann, in Dorsten zum Beispiel. Oder Gescher. Wörter erklären müssen ist aber scheiße, also muss jeder wissen, was es heißt. Also muss jeder Blog lesen, drüben, bei ihr. Ich erklär nicht. Damit jeder ließt, ist ihr Blog der erste in meiner Blogroll. Willkommen also.

Fabienne hat auch einen guten Musikgeschmack und mag Robocop Kraus. Ich auch. Daher gibt es auch nach langer Zeit wieder einen CD-Tipp, bzw. mehrere: „Tiger“ (mit „Kiss me, I‘m Italian“, ganz ganz gut), „They Think They Are The Robocop Kraus“ und „Living With Other People“. Drei Alben, alle von Robocop Kraus. Es gibt mehr, die sind auch gut, aber ich habe keine Lust, die jetzt noch alle inkl. Link und Bild bei Amazon rauszusuchen. Hier noch schnell die Cover, Klick führt zu Amazon, wer hätte’s gedacht.

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Buchtipp

Weihnachten ist im Allgemeinen die Zeit, in der man seinen Mitmenschen tolle Geschenke macht um ihnen zu zeigen, wie gern man sie hat. Einige hat man aber vielleicht nicht ganz so gern und möchte daher höchstens 6,90 € für ein Geschenk für sie ausgeben. Da trifft es sich gut, das Globus Dei, Helge Schneiders neuestes literarisches Meisterwerk, genau so viel kostet. Ich habe es schon zum Nikolaus bekommen, an einem Abend verschlungen und seitdem unentwegt weiterempfohlen. So gut finde ich es, dass ich nach reiflicher Überlegung nun doch noch einen kleinen Beitrag dazu schreiben musste.

Über das Buch selbst lässt sich eigentlich nicht so wahnsinnig viel sagen, wer Helge Schneider mag, der wird es lieben, alles anderen werden es einfach furchtbar dumm finden. Es ist halt blöd, aber auf eine sehr intelligente Art. Helge Schneider eben. Vielleicht zitiere ich einfach mal Anfang und Ende und den Rest kann man sich dann ja denken. Los geht es mit diesen Sätzen:

Eiseskälte. Klarer Himmel. Es barst die Luft. Es müßte oben in zehn Kilometern Höhe noch viel schlimmer sein. Der Adller tauchte in die Wolkenschicht hinein und verschwand für immer. Keine Geräusche. Nur Pol. Polgeräusche. Am Nordpol gibt es ein einzigartiges Audio-Erlebnis.

Den Abschluss des Buches bildet ein Gedicht, von dem hier nur die letzte Strophe zitiert sei:

Zukunft.
Gewachstes Tuch, verzeih.

Zwischen Anfang und Ende finden sich 125 Seiten Expeditionsroman über eine Weltreise, auf der er nie war, Träume, die er nie hatte und Menschen, die es nicht gibt. Dazwischen Fotos, die die Reise dokumentieren sollen. Da gibt es ein Foto mit Baustellenschildern unter dem steht „Paraguay – die Grenze – hier spricht man Deutsch“. Wer sich an sowas ergötzen kann, dem sei das Buch unbedingt ans Herz gelegt. Zum Verschenken und selber Lesen. Wer es bestellen möchte, der kann das über folgenden Link bei Amazon tun, einfach das Bild anklicken. Natürlich könnte man genauso gut zu amazon.de gehen, den Titel da eingeben und dann bestellen, aber ich bekomme ein bisschen Geld von Amazon, wenn ihr über den Bildlink bestellt. Für euch kostet es das gleiche.

Helge Schneider - Globus Dei

In related news: Nichtlustig 3 und Nichtweihnachten sind da! Habe ich zwar beide noch nicht, aber kann ich sicher dennoch uneingeschränkt empfehlen. Wie oben: Wer über die Links bestellt tut mir Gutes, wer mich nicht mag, der kaufe anderweitig. Wer dagegen noch mehr für mich tun möchte, der darf mir gerne Dinge von meiner Amazon-Wunschliste schenken.