Politik ist ein kompliziertes Feld
Als Informatiker werde ich in letzter Zeit häufiger gefragt, ob ich denn auch die Piratenpartei wähle. Tue ich nicht, aber ich habe trotzdem für ihren Wahlkampf gespendet. Es erscheint vielleicht etwas merkwürdig, eine Partei zu unterstützen, dann aber eine andere (und auch noch den politischen Gegner) zu wählen. Der Grund dafür ist ein einfacher: Ich habe nur eine (relevante) Stimme und die möchte ich nicht allein auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verwenden.
Ich bin gegen Zensur im Internet und ein Freund von open access, aber am Ende sind das nicht die Themen die mir die wichtigsten sind. Bildung, Wirtschaft und Arbeit sind meines Erachtens noch immer die Themen, die die Zukunft dieses Landes weitaus stärker prägen werden und zu denen die Piratenpartei entweder gar keine Meinung hat oder zumindest meine Meinung nicht teilt.
Die Piraten lehnen beispielsweise die Studiengebühren, die ich für eine (zumindest in NRW) gute Sache halte, strikt ab. Ein Bildungssystem in dem Universitäten auch das Geld haben ihrem Lehr- und Forschungsauftrag auch nachzukommen liegt mir weit mehr am Herzen als ein Internet das nicht vom Staat kontrolliert und reguliert wird. Was nicht bedeutet, dass ich diese Tendenzen nicht für äußerst bedenklich halte. Gleichzeitig wähle ich mit meiner Stimme für die CDU natürlich auch Wolfgang Schäuble und Frau von der Leyen, die gerade für die Dinge stehen, die mir missfallen und meine Stimme womöglich als Zustimmung zu ihren Gesetzen sehen und so würde ich mir am Ende den Ast auf dem ich sitze absägen. Ich würde mir wünschen, das die Piraten zwei oder drei Abgeordnete in den Bundestag senden dürfen damit Datenschutz und Freiheit in Zukunft in Gesetzen die den Datenverkehr betreffen wieder stärker berücksichtigt werden. Das Risiko einer rot-grünen Regierung möchte ich dafür aber nicht in Kauf nehmen. Man stelle sich nur vor SPD und Grüne würden mit 50% zzgl. einer Stimme die Mehrheit und damit die Macht erringen, während ich meine Stimme einer Partei gegeben habe die dann doch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Was also tun?
Idealerweise hätte jeder Wähler gleich fünf oder zehn Stimmen, die er nach Belieben auf alle (oder auch nur eine) Partei verteilen kann. So könnte man seinen Wünschen für die nächste Regierungsbildung weit besser Ausdruck verleihen als beim momentanen System. Da ein solches Wahlrecht aber wohl auch mittelfristig nicht zu haben sein wird bleibt weiterhin nur eins zu tun: Der Partei mit der man sich noch am ehesten identifiziert die Stimme geben und die Nischenparteien, die nur eine beschränkte Themenbreite abdecken, anderweitig unterstützen, damit sie sich in Gesetzgebungsprozessen und den Medien Gehör verschaffen können um so vielleicht ihre Vorstellungen auch gegen den Willen der großen Parteien aber mit Unterstützung der Menschen einfließen zu lassen.
Das würde natürlich voraussetzen, dass diejenigen, die die Gesetze machen, denjenigen, die sie betreffen und die sich mit der Materie auskennen, auch Zuhören und ihren Rat ernsthaft annehmen. Das scheint im Moment illusorisch, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und ein Versuch kann nicht schaden.
Homestory
Vor einigen Tagen ist der erste Kinofilm vom Yann Arthus-Bertrand weltweit gestartet. Der gute Mann hat sich zuvor schon mit fantastischen Bildbänden einen Namen gemacht und nun erstmals eine Art „Die Erde von oben als Video“ herausgebracht. Das besondere dabei: Der Film startet zeitglich im Kino, auf DVD und im Internet. Auf Youtube kann man ihn kostenlos und in HD-Qualität ansehen. Das ganze Projekt ist gesellschaftskritisch ausgelegt und zeigt in atemberaubenden Bildern die Auswirkungen des Klimawandels auf den Planeten. Anschauen wird auf jeden Fall dringend empfohlen; Teilung der im Film vermittelten fast schon pre-apokalyptischen Zukunftsprognose für die Erde ist sicherlich jedermanns eigene Sache.
Hilf dir selbst!
Gerade auf Spiegel Online im Artikel über die neue Einigung im EU-Verfassungsvertragsprozess gelesen:
Vor allem Polen, Tschechien und die Slowakei stellten sich hinter Polen.
„Help yourself and god may help you“ sagen die Amerikaner. Es scheint funktioniert zu haben.
Worldmapper – Die Welt in Karten
Auf eine sehr schöne Seite bin ich gerade bei Spiegel Online gestoßen: worldmapper.org. Hier gibt es – wer hätte es gedacht? – allerlei Karten der Welt, in der die Länder nach immer anderen Kriterien vergrößert oder verkleinert dargestellt werden. Da gibt es dann zum Beispiel die Karte der HIV-Infizierten als Anteil an der Gesamtbevölkerung:

Oder die der Säuglingssterblichkeit:

Natürlich gibt es auch Karten, auf denen Deutschland zu sehen ist. Z. B. die der Arbeitslosigkeit. Hier muss man allerdings fairerweise sagen, dass Afrika und Asien hier nur deshalb so klein sind, weil es keine Daten über die dortigen Quoten gibt:

Eine interessante Seite also, reinschauen lohnt sich. Man kann die Karten wahlweise nach Kategorien oder nach Thumbnails durchblättern und eine Suche gibt es sogar auch. Sicher auch geeignet, den ein oder anderen PowerPoint-Vortrag aufzupeppen.
Only in America
Vierjähriger der sexuellen Belästigung beschuldigt
Ein Vierjähriger wurde im US-Bundesstaat Texas der sexuellen Belästigung beschuldigt, weil er eine Frau umarmt und dabei deren Brüste berührt hat. Der Junge wurde von der Vorschule suspendiert.
Texas: Vierjähriger der sexuellen Belästigung beschuldigt – Panorama – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
Hart aber herzlich

Das ist tatsächlich das Titelbild der heute erschienenen Ausgabe der New York Post.
Gemein
Auf Spiegel Online gibt es einen Artikel über die Linkspartei, PDS und WASG. Es geht darum, ob die beiden zusammen eine Fraktion im Bundestag stellen dürfen, obwohl sie in Berlin gegeneinander antreten. Das ist jetzt nicht allzu spannend, aber der Redakteur hat einen schönen Bildausschnitt zur Illustration gewählt. Ob er uns damit irgendetwas sagen möchte?
Politische Aufklärung
Alle Welt redet über die dänischen Mohammed-Karikaturen, aber nirgends scheint man sie sehen zu dürfen. Das heißt, fast nirgends – hier sind sie.
Es ist soweit! Meine kleine Webseite ist in China zensiert worden. Wer es nicht glaubt, der suche bei