Donnerstag, 27. 10. 2005
Heute hätte ich eigentlich meinen Motorradführerschein machen sollen. Der Konjunktiv deutet es an: Hab ich nicht. Nicht etwa, weil ich mich in der Prüfung zu doof angestellt hätte, nein, die Prüfung fand gar nicht statt. Warum das? Weil ich keine Theorieprüfung abgelegt hatte. Also hatte ich schon, aber zu der Theorieprüfung existierte kein Antrag auf eine Theorieprüfung. Also der existierte schon, war aber beim TÜV nach der Prüfung eingegangen. Nun sieht man sich dort nicht in der Lage, einfach die bestandene Prüfung dem nachgereichten Antrag (den das Straßenverkehrsamt aus Versehen von AB in B umgewandelt hatte) zuzuordnen. Denn: Wer keinen Antrag gestellt hat, der kann auch keine Prüfung gemacht haben. Selbst dann nicht, wenn aus den eigenen Unterlagen hervorgeht, dass doch. Deutsches Bürokratentum at it’s best. Ende vom Lied: Ich darf nicht nur zwei Wochen länger auf meine praktische Prüfung warten, sondern muss auch die theoretische noch einmal machen, damit die dann für den inzwischen fast ein Jahr alten und eine Woche nach der ersten Prüfung eingegangenen Antrag gewertet werden kann. Da bin ich froh, nicht wirklich Deutschland zu sein. Sonst wär‘ mir sicher schlecht.
Mittwoch, 12. 10. 2005
Sowas gibt’s wohl nur bei uns: Vorgaben zur Analytik für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen
Untersuchung von Holzhackschnitzeln und Holzspänen
Probenahme
Die Probenahme nach § 6 ist von Personen durchzuführen, die über die für die Durchführung der Probenahme erforderliche Fachkunde verfügen. Die zu untersuchenden Proben sind aus der laufenden Produktion zu entnehmen. Aus dem Materialstrom ist wenigstens alle 10 t eine Einzelprobe von mindestens 2 l zu entnehmen, zum Beispiel mit einem Gefäß mit Stiel, das in den Abwurf des Förderbandes gehalten wird. Die Probenahme ist zu dokumentieren. Die Dokumentation enthält mindestens das Datum der Probenahme, die Angabe der beprobten Charge sowie Namen und Unterschrift des Probenehmers, mit welcher dieser die Ordnungsgemäßheit der Probenahme versichert. Probentransport und Probenlagerung haben so zu erfolgen, dass eine Beeinflussung der chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit des Probenmaterials soweit wie möglich ausgeschlossen wird.
[…]
Montag, 26. 9. 2005
Ich gehöre ja schon etwas länger zur volldigitalisierten Fernsehelite, mit DVB-S, mehrere hundert Sender, dazu Radioprogramme, teilweise Dolby Digital-Ton. Aber das heißt nicht, dass ich damit jetzt wesentlich mehr gutes Programm habe. Nur mehr schlechtes in dem es untergeht. Aber mit der Zeit bekommt man den Bogen raus, weiß wo vielleicht mal was kommen könnte. Manchmal irrt man auch, so z.B. bei “IFA the voice”, einem Pseudo-Musiksender, der nur 5 (in Worten: fünf) Clips in der Dauerrotation spielt. Nicht so mein Ding.
Aber es gibt eben auch die Ausnahmen, ZDFdokukanal (ganz neumodisch, ohne Leerzeichen) zum Beispiel. Da kam heute eine sehr gute Reportage über Nordkorea. “Hinter dem letzten Eisernen Vorhang” hieß sie, mit Bildern, die man sonst so nicht zu sehen bekommt. Ein paar deutsche Eisenbahnfans haben sie gemacht, wenn sie nicht gerade Züge beguckt haben.
Da gibt es Läden, in denen nichts drin ist, oder solche, die zwar Reis verkaufen, den sich aber keiner Leisten kann. Da fällt mal eben in einer Großstadt wochenlang der Strom aus und auf einer völlig leeren Autobahn befreien Leute diese mit bloßer Hand und Schüppe von Eis und Schnee. “Für den Kriegsfall”, zumindest offiziell. Eigentlich arbeiten sie da auf der Straße, weil in ihrer Fabrik die Bänder seit Monaten stillstehen. Kein Strom, keine Rohstoffe, kein Dieser oder Benzin, keine Arbeit. Weil es Arbeitslose in Nordkorea aber nicht geben darf müssen Büroangestellte Straßenunterführungen bauen, Parks sanieren oder eben Schnee schieben.
Wirklich sehr beeindruckende Sendung, von der ich leider nur das Ende gesehen habe. Werde mir auf jeden Fall nochmal eine Wiederholung ansehen, kommt ja sechs mal am Tag. Gute Sache, das Digitalfernsehen.
Montag, 19. 9. 2005
Ich könnte jetzt einen langen Artikel zum Ausgang der Wahl am Sonntag und was ich davon halte schreiben, brauch ich aber gar nicht, denn Markus hat’s da im Zentrum schon getan.
Mittwoch, 14. 9. 2005
„Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren“ sagte Charles Bukowski einst. Die feministische Partei beweißt das Gegenteil:
Na gut, tut sie nicht.
Mittwoch, 14. 9. 2005
Heute Abend, 23.30 – 0.45 Uhr in der ARD: Die bunte Republik. Ein Porträt über die kleineren Parteien – Aufmacher: Die PARTEI (die mit dem Schleichwerbespot). Womöglich werde ich bald selber PARTEI-Mitglied sein und zusammen mit Peter, Christoph und bestimmt auch Markus, der noch überzeugt werden muss, einen Ortsverband in Stadtlohn gründen, also unbedingt ansehen.
Mittwoch, 14. 9. 2005
Nur noch vier Tage, dann ist Bundestagswahl. Das du (man soll ja Leute immer persönlich ansprechen, wenn man sie zu etwas bewegen will) wählen gehst sollte selbstverständlich sein. Nur was, wenn man keine Ahnung hat, für wen man sein muss, wenn man für den sein will, der für das ist, wofür man ist? Dann hilft die Tagesschau auf ihrer Internetseite mit einem netten Parteiprogramm-Vergleicher. Man wählt einfach die Parteien, die man sich vorstellen könnte zu wählen und die Interessengebiete, die einen interessieren, und schon hat man eine nette Überischt, welchen Standpunkt die einzelnen Parteien zum jeweiligen Gebiet haben. Unbedingt ansehen, hier.
Freitag, 12. 8. 2005
Die Tagesschau gilt ja gemeinhin nicht unbedingt als das modernste aller Informationsmedien, doch schaut man sich mal deren Homepage an werden Hüter dieses Vorurteils Lügen gestraft: RSS-Feed, Sidebars, Bildschirmschoner und – und das ist der eigentliche Grund warum ich das poste – seite neuestem auch ein Podcast! Im iTMS kann man ihn auch schon finden. Und das ganze für umsonst. Ich hab‘ ihn schon aboniert. Schön, dass man für seine (und damit meine ich eure) Gebühren doch noch was bekommt.
Und noch ein paar Reaktionen auf Stoibers Äußerungen:
"Alles, was zur Spaltung beiträgt, gewollt oder ungewollt, ist falsch" sagt Angela Merkel. Vielleicht sollten Politiker mal aufhören so zu tun, als gäbe es eine deutsche Einheit in allen Punkten. Und diese Spaltung überwindet man bestimmt nicht, indem man sie leugnet. "Einsicht ist der erste Weg zur Besserung" heißt es doch. Und Monika Grütters (CDU) meint, es mache sie "sehr traurig, dass Gegensätze zwischen Ost und West so betont werden". Warum das Betonen von Gegensätzen sie sehr traurig macht, das behält sie für sich. Und allgemein scheinen im Moment Politiker aller Parteien zu meinen, sie müssten sich als Beschützer der armen Bürger im Osten profilieren und reden dabei den betroffenen Bürgern so offensichtlich nach dem Mund, wie man es schon lange nicht mehr sah. Da wird nicht einmal mehr der Versuch unternommen, sich in irgendeiner Weise als Partei im Osten zu profilieren. Verdammte Machtgeilheit.
Donnerstag, 11. 8. 2005
Edmund Stoiber wird ja im Moment ein bisschen angefeindet, weil er gesagt hat: "Dass in den neuen Ländern die größten politischen Versager, Gysi und Lafontaine, rund 35 Prozent Wählerstimmen erzielen könnten, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen." So sagt Herr Thierse denn auch "CDU und CSU scheinen insgesamt ein Problem mit uns Ostdeutschen zu haben, denn derartige abwertende Äußerungen gibt es immer wieder aus ihren Reihen" und Katrin Göring-Eckardt (von den Grünen, wie unschwer am Doppelnamen zu erkennen) meint: "Stoiber soll aufhören, Deutschland auseinander zu dividieren. Wer die Mauer wieder aufbauen will, ob aus dem Osten oder Südbayern, der vergeigt die Zukunft Deutschlands".
Ob es nicht vielleicht doch andere sind, die ihre (und damit unsere) Zukunft vergeigen? Und ob die nicht vielleicht einfach ein wenig neidisch sind, dass das erzkonserative, altmodische Bayern ohne Hile schafft, was ihnen mit 1,25 Billionen Zuschuss (zu einem großen Teil z.B. aus Bayern) nicht gelingt?
Vielleicht wird es doch langsam mal Zeit, dass der Osten einsieht, dass er auf Kosten des Westens lebt. Und dann wäre es nicht verkehrt mal ein bisschen kürzer zu treten und vielleicht einfach mal das zu tun, was die tun, die anscheinend begriffen haben, wie es geht. Oder die zumindest machen lassen und selber einfach mal den Mund halten, wenn man nix vernünftiges zu sagen halten. Ja, du darfst dich angesprochen fühlen, du auch, ihr sowieso.